Insel Skopelos: Klostergeflüster und grüne Bergwälder (5)

Empfehlenswert ist in jedem Fall der Ausflug zu den zahlreichen Klöstern oberhalb der Inselhauptstadt Skopelos. An der flachen Seite der Hafenbucht mit den vielen preiswerten Gartenpensionen führt ein Fahrweg hinauf – unterwegs die herrliche Aussicht auf die Stadt. In dem trunkenen Blau von Himmel und Meer scheinen die malerischen Klöster über den Klippen zu schweben.

Sporaden-Folge-Beiträge: Rhapsodie in Blau

Das Nonnenkloster

Ausblick auf die Küste der Insel Skopelos mit blauem Meer

Ausblick auf die Küste der Insel Skopelos

Das Nonnenkloster Evangelismo fällt schon bei der Ankunft in Skopelos ins Auge. Kahl und eher abweisend klebt es da oben an der Felswand. Innen überrascht es jedoch mit verwunschenem Charme. Die Klosterküche mit dem riesigen Kaminofen ist besonders urtümlich. Die reich geschnitzte Ikonostase in der Hauptkirche ist bunt bemalt. Am Kloster muss man klingeln, damit die offenbar einzige Nonne, die es bewohnt, öffnet. Das Schild am Eingang gibt ein erstes Lehrstück in orthodoxer „Kinderstube“. Bedeckte Kleidung, bitte, und die Fotomanie zügeln!

Mehr als zwei bis drei Schnappschüsse lässt die Nonne ohnehin nicht zu. Im Marsch-Marsch geleitet sie ihre „Schützlinge“ durch das Kloster. Eine Spende in der Kirche, ein Mitbringsel im Klostershop, den kräftig-süßen Kastanienmus im Plastikbecher überreicht sie kostenlos. Dabei möchte man doch das hübsche Monasterium mit seinen duftigen Topfblumenkulturen ausgiebigst auf sich wirken lassen.

Blumentöpfe mit Blüten in Griechenland

Idylle mit Topfblumen

Jedoch verkündet die Ordensschwester nach wenigen Minuten unmissverständlich den „Rausschmiss“. Woher nur die Eile? Wir schauen hinab auf die weiße Stadt und meinen, über ihr zu schweben. Dabei entdecken wir in einem Gestrüpp unterhalb des Klosters eine riesige Fernsehschüssel. Technischer Fortschritt hat leichteres Spiel, unbehutsam in das idyllische Einsiedlerleben einzudringen.

Kloster Metamorphorsis tou Sotiris

Blick zum Kloster Metamorphosis auf der Insel Skopelos

Kloster Metamorphosis auf der Insel Skopelos

Inmitten von Pinienwäldern gegenüber am Hang leuchten farbenfroh die Kuppeln des Kloster Metamorphosis tou Sotiris aus einer hohen Zypressengruppe heraus. An der Pforte mit der verspielten Glocke wehen lange Hosen und Röcke auf einer Leine, damit auch hier die Kleiderordnung eingehalten wird.

Der weinüberrankte Hof mit seinen Holzbalustraden ist frisch renoviert. Ein Klosterbruder verkauft ein paar religiöse Bücher und Ansichtskarten. Wir bitten um ein Glas Wasser, lassen uns die Spendentruhe zeigen, dürfen freiweg fotografieren. Die Metamorphosis in der Kirche sollte aber nicht geblitzt werden…

Blick von der Insel Skopelos nach Alonissos mit blauem Meer

Blick von der Insel Skopelos nach Alonissos

Ob sie verheiratet sind, will der Pope von den Urlauberpärchen neugierig wissen. Wir setzen uns draußen auf die Holzbank – ein Brett, das zwei uralte Zypressen miteinander verbindet – schauen hinaus auf die abendglitzernden Hänge der Hafenbucht mit ihren bizarren Felsenriffs und spüren, dass hier die Traditionen nicht vom Takt der Zeit eingeholt worden sind.

Die Klöster Hl. Barbara und Hl. Prodromou

Tal mit dem Prodromou-Kloster auf der Insel Skopelos

Tal mit dem Prodromou-Kloster auf der Insel Skopelos

Folgt man dem Weg weiter hinauf in die Bergwildnis, dann entdeckt man – dicht beieinander – auch die Klöster „Hl. Barbara“ und „Hl. Prodromou“. Sie scheinen regelrecht über den Klippen zu schweben. Das anmutige Barbara-Kloster aus dem 17. Jh. ähnelt einer kleinen Festung. Schlichtweg bezaubernd der Ausblick auf das Meer! Die langen Schatten der dunklen Zypressen durchsetzen im Zusammenspiel mit den knorrigen Olivenbäumen kontrastvoll das Tal. Dahinter blaut tief die See herauf.

Das weiße Nonnenkloster Prodromou da drüben gleicht einem Zuckerwölkchen, welches an den Gipfeln dahintreibt. Sein Innenhof ist ein prächtiges Kaleidoskop aus Bogengängen, Balustraden, farbigen Holzpfeilern und überschäumender Blütenpracht. Man meint, in einem hängenden Garten zu wandeln. Hortensien, Rosen, Bougainvillea, Lilien, Oleander hüllen die Kreuzkirche verwunschen in Duft.

Drinnen schillert das Gold des Kronleuchters vor der naturalistischen Altarwand. Pflanzen- und Tierschnitzereien in Lila, Blau, Kaminrot und Lindgrün! Eine alte Nonne zeigt stolz auf Pferde, Hunde, Elefanten und Hirsche. Ihr schwarzes Gewand hebt sich krass von der kunterbunten Klosterkunst ab.

Klosterhof Griechenland

Klosterhof Griechenland

Am Mittag tragen junge Frauen geschäftig das Essen durch den Hof, bis ein Bursche an einem Holzgong – laut über das ganze Tal hinweg – in seltsam ungestümem und doch abgestimmtem Takt zur Malzeit ruft. Wir verschwinden aus den heiligen Mauern, schleichen um sie herum. Dabei enthüllen sich uns traumhafte Ausblicke auf Alonissos mit seinen vorgelagerten Inselriffs. Das Meer… Filterblau wie nirgendwo auf der Welt! Einer der Höhepunkte der Sporadenreise.

 

Vorschau: Im nächsten Beitrag besuchen wir die Insel Alonissos mit ihrer blühenden Chora auf dem Berg und wonnig grüner Natur.

 

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